St. Elisabeth

Das städtebauliche Ensemble ‚St. Elisabeth‘ in Münster ging aus einem im Juni 2008 anlässlich der Profanierung der Kirche St. Elisabeth ausgelobten Architekten – und Investorenwettbewerb hervor.

Die Aufgabe bestand darin für das disponible Grundstück der Kirche, des Pfarrheims und des Pfarrhauses ein  städtebauliches und funktionales Konzept zu erarbeiten. Die Kirche samt Nebengebäuden wurden zum Abriss freigegeben.

Den Gemeindemitgliedern fiel es sehr schwer das Kirchengebäude, welches in vielen Punkten das Leben geprägt und dem Stadtviertel ein Gesicht gegeben hat, aufzugeben. Unser Vorschlag umfasste daher den Erhalt der Kirche, als städtebaulich markanten Identifikationspunkt des Stadteilbereiches.

Bauteil Kirche
Eine wirtschaftliche Nutzung des Kirchengebäudes fand sich in der Umnutzung des Gebäudes zur Turnhalle. Die Kirche wurde nach dem 2. Weltkrieg als schlichter Hallenbau mit zwei Seitenschiffen wieder aufgebaut. Das Hauptschiff entsprach in seinen Abmessungen  annähernd einer einfachen Sporthalle. Als Nutzer fand sich die nahe gelegene Montessori-Schule, deren Schüler derzeit mit dem Bus in unterschiedliche Stadtteile zum Sportunterricht gefahren werden mussten. Aufgrund der Anforderung der Sonderbauverordnung für Versammlungsstätten bezüglich des Brandschutz und der Parkplatz-Anzahl, wurde die Nutzung auf den Turnhallenbetrieb der Schule eingeschränkt.

Die Umnutzung löste lediglich geringe Veränderungen aus. Die Fassade blieb außen weitgehend unverändert. Ein neues Vordach deutet auf die veränderte Nutzung der Kirche hin.

Das Hauptschiff erhielt eine Stahlbetonsohle mit einem Schwingboden, die Wände des Hauptschiffes wurden mit Prallwänden  versehen. In den Seitenschiffen entstanden zwei getrennte Umkleide- und Nassbereiche, sowie alle erforderliche Lagerräume. Der Altarbereich ist bedingt als Bühne nutzbar; im Sportbetrieb ist er durch einen Trennvorhang abgeteilt. Die Lüftungstechnik wurde auf der ehemaligen Orgelempore untergebracht.

Städtebauliches Ensemble
Hinter der Kirche befand sich ein Kindergarten aus dem Baujahr 1968, welcher einen starken Sanierungsbedarf aufwies.

Unser Vorschlag bestand darin, den Kindergarten in das Erdgeschoss des Neubaus, welcher auf dem Grundstück des Pfarrheims/Pfarrhauses entstehen sollte, zu verlegen. Dadurch wurde das ruhige Grundstück im rückwärtigen Bereich der Kirche für einen Wohnungsneubau mit 27 Wohneinheiten frei. Für diesen nun dem Wohnen zugeordneten Grund wurde ein „neuer“ Kindergarten als Teileigentum dem Träger überschrieben. Dieser verfügt nun über einen Neubau und spart darüber hinaus die dringend erforderlichen Sanierungskosten in beträchtlicher Höhe.

Insgesamt wurde somit ein neues Ensemble mit drei Baukörpern geschaffen, welches den Erhalt des zentralen Kirchengebäudes mit Kirchplatz und angrenzendem Spielplatz, den Neubau mit Kindergarten und darüber liegenden Studentenwohnungen, sowie einen Wohnungsneubau mit 27 Wohneinheiten umfasst.