Wettbewerb Masterplan IdF NRW in Münster

Über die Neuordnung der Dinge

Das große Gleichgewicht

Das große Potential für den Masterplan der Landesfeuerwehrschule NRW liegt in den zwei Standorten, die mit ihrer jeweiligen Lage ideale Bedingungen für eine starke Verbindung und Gruppierung der Funktionen aufzeigen. Der vorliegende Wettbewerbsbeitrag befasst sich mit den Standortqualitäten beider Grundstücke und formuliert eine ganzheitliche Neustrukturierung. Das Stammgelände an der Wolbecker Straße wird zukünftig die repräsentative Adresse des IdF darstellen, hinter dessen Pforte sich ein lebendiger, grüner Campus auftut. Ein Ort an dem das vielseitige Vermitteln von Lehrinhalten und die dafür notwendige infrastrukturelle Umgebung im Mittelpunkt stehen.

Die Außenstelle in Telgte wird zukünftig das logistische Zentrum des IdF ausbilden. Es wird ein Ort sein, an dem die theoretische Lehre praktische Anwendung findet (realitätsnahes Lernen), und auf diese Weise Angebot und Leistung vervollständigt. Insgesamt werden Umgebungen geschaffen, die bewusst selbstorientiertes und kontinuierliches Lernen für den Einzelnen und für das Team ermöglichen. Die Kombination des Individuellen und des Gemeinschaftlichen bildet hier die Grundlage für eine übergreifende Idee der Neustrukturierung beider IdF Gelände. So entsteht eine spannungsvolle Verbindung von funktionalen und atmosphärischen Qualitäten und damit der Rahmen für ein zukunftsorientiertes Gesamtensemble.

Architektur & Funktion

Um die städtebauliche Grundidee und die darin formulierte Haltung in Architektur umzusetzen, kommt es nach der bedachtsamen Setzung der Baukörper vor Allem auf klar strukturierte Grundrisse an, die die funktionalen Zusammenhänge effizient abbilden. Insbesondere bei den Neubauten wurde das Raumprogramm in Verbindung mit den Erkenntnissen des Fraunhofer Instituts in Verbindung gebracht.

Diese Kombination erlaubt „neues Lernen und Arbeiten“ und bietet darüber hinaus flexible Erweiterungspotentiale für die Zukunft. Die bauliche Struktur folgt den Funktionsabläufen. So wird der Campus mit seinen öffnenden Lehrgebäuden im Zentrum durch die bestehenden und teilweise ergänzten Wohn- bzw. Internatsgebäude eingerahmt. Bereits vorhandene Unterkünfte werden an moderne Standards der Erwachsenenbildung angepasst. Alle neuen Zimmer sind Einzelzimmer und/oder barrierefrei bzw. als Familienzimmer konzipiert. Am Florian-Platz treffen die Funktionsbereiche aufeinander und leiten den Blick in Richtung Wasser, wo das gastronomische Angebot zu finden ist. Zum Dortmund-Ems-Kanal bildet das Stammgelände ein neues Gesicht aus, indem es sich zum Wasser hin öffnet. Weiter nordöstlich befindet sich die Sporthalle und das Terminal, welches erdgeschossig als Mobilitäts-Hub und Busbahnhof funktioniert. Direkt angebunden, erfüllt die neue Tiefgarage effizient die Anforderungen des ruhenden Verkehrs.

Die Abfolge vom Ankommen auf dem Gelände über Pforte und Empfang über das Beziehen der Zimmer und die Gestaltung des Tagesablaufes waren prägend für den vorliegenden Masterplan. Beim Durchqueren der auf diese Weise entstandenen Sequenz erfährt man ein ausgewogenes Gleichgewicht aus Raum und Natur, aus Kommunikation und Konzentration. Das gewachsene Gebäudeensemble vermittelt zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, zwischen extrovertierter Adresse und introvertiertem Arbeitsplatz.

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